
Älteren Menschen oder auch chronisch Erkrankten und Behinderten mehr Lebensqualität in den eigenen vier Wänden zu verschaffen, indem ihnen in Notfällen rund um die Uhr schnelle Hilfe zuteil werden kann, diesem Ziel dient der Hausnotruf des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Der DRK-Kreisverband blickt hierbei auf eine über 20-jährige Erfolgsgeschichte zurück und konnte jetzt den 500. Notrufanschluss in seinem Zuständigkeitsgebiet verzeichnen.
Siglinde Müller und Charlotte Büchele vom Hausnotrufteam des Roten Kreuzes in Ravensburg überreichten Frau Baudler, der 500. Hausnotrufteilnehmerin zum Dank einen Blumenstrauß. Diese machte mitnichten den Eindruck, als müsse sie diesen in Deutschland seit über 25 Jahren bewährten und inzwischen von weit über 100.000 Menschen genutzten Service alsbald in Anspruch nehmen. Vielmehr trat der DRK-"Abordnung" eine körperlich rüstige, aufgeweckte und vor Wortwitz und Lebensfreude sprühende Frau entgegen.
Die Dame lebt alleine in einer schönen großen Wohnung nur ein paar Treppenstufen von der Wohnung Ihres Sohnes und dessen Familie entfernt.
Braucht ein Mensch, der, zwar im neunten Lebensjahrzehnt, noch so viel Vitalität ausstrahlt, der geistig jung geblieben ist und seine Angehörigen in greifbarer Nähe weiß, einen Notrufanschluss? Ja, sagt Frau Baudler, sie habe sich das reiflich überlegt. Es könne doch, in diesem Alter, durchaus mal passieren, dass ihr schlecht wird, dass sie sich selber nicht mehr helfen kann. Und überhaupt, auch die jungen Leute wollten einmal verreisen können, ohne sich ständig Sorgen machen zu müssen, ob bei ihr alles in Ordnung sei. Es verleihe ihr einfach ein beruhigendes Gefühl zu wissen, dass in einem Notfall schnelle Hilfe käme, um Schlimmeres zu verhindern.
Wer sich, für eine Monatspauschale von 35,80 Euro, für einen DRK Hausnotruf entscheidet, der hinterlegt bei der DRK-Hausnotruf-Zentrale alle gesundheitserheblichen Daten und seine Wohnungsschlüssel. Wird Notruf durch Tastendruck auf dem Hausnotrufgerät ausgelöst, erfolgt eine sofortige Verbindung zur Hausnotrufzentrale, dort wird der Notruf von einem geschulten Disponenten angenommen und bearbeitet. Auch für den Fall, dass eine Teilnehmerin oder ein Teilnehmer nicht in der Lage ist, die Telefonapparatur zu bedienen, ist vorgesorgt. Dann genügt die Aktivierung eines ständig am Körper zu tragenden Funksenders, um Hilfe zu holen. Einmal täglich müssen die Teilnehmer mit einem Tastendruck bestätigen, dass es ihnen gut geht. Wir diese Tagestaste nicht gedrückt, erfolgt nach 24 Stunden eine automatische Meldung an die Hausnotrufzentrale des DRK.
Und auch kurzfristig kann der DRK-Hausnotruf genutzt werden, wenn nur während einer urlaubsbedingten Abwesenheit von Angehörigen eine Vorsorge als geboten erscheint und für einen etwaigen Notfall vorgebeugt werden soll.
Erstmals wurden 1981 in Berlin DRK-Hausnotruf-Anschlüsse installiert, was ein Jahr später die Auszeichnung mit dem Innovationspreis der deutschen Wirtschaft nach sich zog. Doch die Idee hierfür reicht noch weiter zurück. Beim DRK-Kreisverband ist man stolz über das bisher Erreichte. Siglinde Müller, die von Anfang an dieses Projekt begleitet, ist sich sicher, dass dieses Hilfsangebot weiterhin Zuspruch findet. Der Besuch bei der alten Dame hat aufs Neue bestätigt, wie sinnvoll und wünschenswert es ist, älteren Menschen die Gewissheit zu verschaffen, im Notfall nicht hilflos und allein zu sein.
Weitere Informationen zum Hausnotruf gibt es beim DRK Kreisverband Ravensburg, 0751 56061-63 oder unter www.drk-rv.de